Bäume: lebenswichtiges, natürliches Kapital!

Ob in Kolumbien, in den USA, im Irak oder bei uns in Deutschland, überall habe ich sie gesehen, unsere alltäglichen Begleiter, unsere lebenswichtigen Bäume und damit wichtiges, natürliches Kapital. Bäume begleiten uns ein Leben lang. Wir haben sie bei uns in den Städten genauso stehen wie auf dem Land, in großen und kleinen Wäldern oder einzeln an Straßenrändern.

Dieser Artikel zeigt Fotos, die ich auf meinen Reisen von Bäumen machte und beschreibt ihre Schönheit sowie ihre wichtigen Aufgaben, die dieses Ökosystem für uns übernimmt, ohne dass es von Menschen gebaute Fabriken sind:

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Wir nutzen Bäume, um uns in ihrer Nähe zu erholen, wie diese beiden Personen sich nach einer Anti-Kohle-Demo bei Köln unter einer blühenden Pracht von Baum von der Demo erholen.


Die Leistung einer Buche (Quelle: Natura, Ernst-Klett-Verlag)

Eine 100-jährige Rotbuche ist ca. 20 Meter hoch. Der Kronendurchmesser ist ungefähr 10 Meter. Die gesamte Blattoberfläche beträgt mehr als 1000 Quadartmeter. Bis zu 30000 – 40000 Kubikmeter Luft strömen an einem Sommertag zwischen den Blättern durch und Folgendes passiert:

  • 10 Kubikmeter Kohlenstoffdioxid wird für die Fotosynthese aus der Luft gezogen. Dabei besteht das gleiche Volumen an Sauerstoff, der an die Umgebung abgegeben wird

  • 10 kg Zucker werden vom Baum hergestellt und in Form von Stärke gespeichert oder als Zellulose zum Aufbau der Zellen genutzt

  • der Baum verdunstet mehrere hundert Liter Wasser in die Atmosphäre, das dem Boden entzogen wurde


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Unter diesem Baum bei Oehe an der Ostsee im hohen Norden bei Maasholm kann man entspannt spazieren gehen und die frische Luft genießen.

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Dieser prächtige Baum steht in Prag direkt an der Moldau und lädt die Menschen in einem Park zum Erholen ein.

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Bei San Francisco stehen diese Mammutbäume im Muir Woods Nationalpark. Die höchsten Bäume sind bis zu 79 Meter hoch!


Wälder verbessern und säubern die Luft

Ein Wald liefert Sauerstoff:

  • 1 ha Laubwald : 15 t/Jahr
  • 1 ha Nadelwald: 30 t/Jahr
  • 1 ha Garten- und Ackerland: 2-10 t/Jahr   

Dadurch ist die Luft im Wald sauberer:

Über Industriestädten sind in einem m³ Luft 500.000 Rußteilchen enthalten. Im Wald hingegen sind in einem m³ Luft nur 500 Ruteilchen vorhanden.


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Diese Person genießt den Sonnenuntergang in Arnis bei Kappeln an der Schlei.

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Bei diesem Sonnenuntergang wiegen sich die Äste eines Baumes in der kleinsten Stadt Deutschlands (Arnis).

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Diesen Traumbaum habe ich in Kolumbien in einem Nationalpark bei Bucaramanga bewundern können. Die biologische Vielfalt in diesem südamerikanischen Land ist sehr beeindruckend.


Der Wald als Wasserspeicher

Wälder nehmen große Menge des Regenwassers in den Bäumen und im Boden auf. In regenarmen Zeiten geben diese das Wasser durch Verdunstung wieder an die Atmospähre ab. Der Wasserdampf kondensiert zu Wolken, die als Regen wieder auf die Erde gelangen. Werden Bäume/Wälder abgeholzt, werden Regen- und Schmelzwasser im Frühjahr nicht so gut zurückgehalten, fließen auf einmal ab und können fruchtbaren Boden mitreißen und für Überschwemmungen sorgen.


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Auf einem Bauernhof in Niedersachsen stehen viele große, alte Bäume, die Schutz vor Wind und Sonne bieten.

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Im Frühjahr ist es besonders schön, wenn die Bäume nach den langen Wintermonaten aufblühen und uns auf den Sommer einstimmen, wie auf diesem Biobauernhof bei Münster.


Wald als Gesundheitsfaktor

In Städten oder in der Nähe von Städten ist die Bedeutung von Bäumen und Wäldern als “grüne Lunge” besonder hoch. Als grüne Lunge verbrauchen sie Kohlenstoffdioxid & produzieren im Gegenzug viele Tonnen Sauerstoff. Bäume filtern aus der Luft feinste Staubpartikel, indem diese auf den Blättern hängen bleiben und mit ihnen zu Boden fallen. Im Jahr können das pro Hektar Wald 200 bis 400 kg Staub sein.


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In Istanbul schmücken Bäume das Ufer zum Bosporus, in dem ich auch schon Delfine schwimmen sah 🙂

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Im heißen Kurdistan im Irak sitzen Kurden in Dohuk unter Bäumen im Schatten in einem Park, um vor der Sonne geschützt zu sein.


Wälder als Wärme- oder Kältespeicher

Bäume sind Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufs und beeinflussen dadurch auch das Klima. Die Umgebungstemperatur wird durch Verdunstung herabgesetzt. Dies macht sich besonders an heißen Tagen bemerkbar, da es im Wald deutlich kühler als in der Umgebung ist. Die in dem Wald gespeicherte Wärme gibt dieser in der Nacht lansam ab. An kalten Wintertagen ist es im Wald deshalb meist wärmer als in der Umgebung. Das Ökosystem Wald wirkt also ausgleichend auf seine Umgebungstemperatur ein.


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Im syrisch, irakisch, türkischen Grenzgebiet stehen Bäume, die hier aus einem Höhleneingang zu sehen sind, den wir besucht haben.

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In der kurdischen Hauptstadt Erbil im Irak stehen im Sami Abdulrahman Park Bäume, die sehr häufig gegossen werden müssen, um das Vertrocknen durch die gnadenlose Sonne während der Sommerhitze zu verhindern und um diese Pflanzenpracht am Leben zu erhalten.


Wie Bäume wachsen

Der aus dem Samen entstehende Keimling kann bis zu einem knapp 50 Meter hohen Baum heranwachsen und bis zu mehreren hundert Jahren alt werden. Das Alter von Bäumen kann man anhand der Zahl der Jahresringe ermitteln.

Mit Beginn des Wachstums im Frühjahr werden nach innen neue Zellen für den Holzteil abgegeben. Diese bilden die Leitungsbahnen für den Transport des Wassers mit den darin gelösten Mineralstoffen. Nach außen gibt das Kambium neue Rinderzellen ab, die den Bastteil binden. In ihm werden vom Baum selbst aufgebaute Nährstoffe wie der Traubenzucker transportiert.


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Dieser Baum der Wünsche stand in der KlimaaktivistInnen-Zone während der Klimaverhandlungen in Paris im Dezember 2015 und war ein schöner Hingucker in der Halle.

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Diesen beeindruckenden Baum habe ich in Fuengirola bei Malaga in Südspanien auf einem Marktplatz bewundert. Er gibt der Plaza etwas besonders, das durch die vielen singenden Vögel im Baum noch verstärkt wurde.

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Dieser Baum steht in Fuengirola am Strand. Von wo kommt der Wind? 😉


Der häufigste Laubbahn Deutschlands – Die Rotbuche

Die Rotbuche kann bis zu 40 Meter hoch wachsen und mehr als einen Meter dick werden. Ihre Krone erreicht eine Breite von bis zu 30 Metern. Eine Rotbuche kann ein Lebensalter von bis zu 900 Jahren erreichen!

Wegen ihrer Größe ist die Buche besonders starken Belastungen ausgesetzt. Der Wind fängt sich vor allem in der Krone, sodass der ganze Baum in Biegebewegungen versetzt wird. Diesen großen Kräften widersteht die Buche infolge der Elastizität des Holzes und der festen Verankerung im Boden durch die Wurzeln. Zudem speichern die Wurzeln Reservestoffe, die im Frühjahr beim Blattaustrieb benötigt werden. Über die Wurzeln werden auch Wasser und die darin gelösten Mineralstoffe aus dem Boden aufgenommen, die über den Stamm in die Krone des Baums gelangen.


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An diesem gemütlichen Fleckchen Strand am Rande von Fuengirola haben wir unter einem Baum herrlich gegesssen und die Aussicht auf der Mittelmeer genossen.

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Der Weg des Kohlenstoffs

Grüne Pflanzen betreiben als Produzenten die Fotosynthese. Dabei wird aus dem Kohlenstoffdioxid der Luft und Wasser mit Mithilfe von Lichtenergie Traubenzucker gebildet. Dies bedeutet, dass durch die Fotosynthese aus energiearmen und anorganischen Stoffen energiereiche und organische Substanzen hergestellt werden. Dabei gibt die Pflanze als weiteres Produkt der Fotosynthese Sauerstoff ab. Dieser ist für die Atmung aller Lebewesen unentbehrlich.

Die heutige Atmosphäre enthält 21% Sauerstoff und nur 0,04  Kohlenstoffdioxid. Diese Lebensgrundlage wurde in der Vergangenheit geschaffen, als sich die ersten grünen Pflanzen, die Fotosynthese betreiben konnten, entwickelten. Der damals sauerstofffreien und kohlenstoffdioxidreichen Lufthülle der Erde wurde dadurch Kohlenstoffdioxid entzogen. Da gleichzeitig Sauerstoff gebildet wurde, wurde die Atmosphäre langsam mit Sauerstoff angereichert.


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Diesen wunderschönen Sonnenuntergang erlebte ich in Münster 🙂

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Zur Geschichte des Waldes

Bis zum 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung war Deutschland noch zum größten Teil von Wald bedeckt. Die damaligen Wälder setzen sich hauptsächlich aus Buchen und Eichen zusammen.

Ab dem 7. Jahrhundert begann der Mensch, den Wald in größerem Umfang durch Abbrennen oder Abholzen zurückzudrängen. Es wurde immer mehr Raum für den Ackerbau genötigt, außerdem nutze man das Holz als Brenn- und Baumaterial. Dies führte dazu, dass der Wald bis zum 13 Jahrhundert etwa auf ein Drittel reduziert wurde.


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Morgens in Ecuador im Regenwald sitzen Vögel auf den Bäumen und lassen sich von den Sonnenstrahlen wärmen.


Tropische Regenwälder sind gefährdete Großlebensräume

Ein tropischer Regenwald ist ein Ökosystem, in dem fast alles anders ist als im einheimischen Mischwald. In den großen Regenwaldgebieten der Erde, z.B. dem Amazonasbecken in Südamerika, herrschen ganzjährig hohe Temperaturen, sodass es keine ausgeprägten Jahreszeiten gibt. Hohe Niederschlagsmengen sorgen für eine sehr hohe Feuchtigkeit. Zusammen mit der starken Sonneneinstrahlung waren in den Tropen damit die Bedingungen gegeben, dass sich im Laufe der Jahrmillionen, ungestört von Eiszeiten wie in Mitteleuropa, der artenreichste Lebensraum der Erde entwickeln konnte. Ungefähr die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten der Erde, vielleicht sogar 75%, sind Bewohner der Regenwälder. Ursprünglich bedeckten Regenwälder ca. 11% der Erdoberfläche, heute sind es nur noch ca. 5%. Die Zerstörung durch Abbrennen und Abholzung geht mit rasantem Tempo weiter.


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Dieser schöne Baum steht in Oxford in England.

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So schön sehen die Äste und Zweige von diesem Baum aus, wenn man gen Himmel schaut.

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Diese interessante Baumformation konnten wir bei einem Spaziergang in Oxford an der Themse entlang angucken 🙂

Einsatz zum Schutz von Bäumen

Auf meinen Reisen sah ich auch Menschen, die sich zum Schutz der Bäume vor ihrer Abholzung einsetzen.

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Diesen Wegweiser sah ich in Buir bei Köln als ich aus dem Zug stieg, um das Protestcamp beim Hambacher Forst zu besuchen, in dem sich KlimaaktivistInnen für den Schutz des Hambacher Forstes und gegen die Vergrößerung des Hambacher Kohletagebaus einsetzen.

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Bei meinem zweiten Besuch im Hambacher Forst zeigten uns die AktivistInnen ihre selbst gebauten Baumhütten, um so die Bäume vor der Rodung zu schützen.

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Dieses Bild bot sich uns auf dem Weg zum Hambacher Kohletagebau. Es zeigt, dass der Wald für den Kohleabbau gerodet wird. Dem Kohletagebau bei Köln müssen ganze Dörfer und kleine Städte weichen.

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Bäume werden auch genutzt, um sich im Klimacamp in der Lausitz bei der Ende Gelände Aktion 2016 in einer Hängematte zu erholen.

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Aber nicht nur die wirtschaftlichen Aktivitäten der Menschen durch die Kohletagebaue bedrohen Bäume, sondern auch die Folgen der Kohlenutzung zur Energieerzeugung. Die Klimakrise führt zu stärkeren Stürmen, die Bäumen entwurzeln können, wie hier in einem Wohngebiet in Münster bei einem starken Unwetter dieser Baum umgerissen wurde.

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Auch dieser Baum in NRW wurde durch ein starkes Unwetter in Mitleidenschaft gezogen.

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Diese Tanne konnte dem starken Herbstorkan in Kappeln an der Schlei im Oktober 2013 nicht standhalten und wurde von dem starken Wind zerstört.

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Der kräftige Baum von Oehe, der am Anfang dieses Artikels gezeigt wurde, ist mittlerweile auch Opfer eines der letzten Herbststürme im hohen Norden Deutschlands geworden.

Fazit

Bäume übernehmen für das Leben auf der Erde wichtige Funktionen, wie zum Beispiel die Sauerstoffproduktion. Zudem bieten sie uns Schutz vor Wind und Sonne und Tieren einen wichtigen Lebensraum. Sie wirken ausgleichend auf die Temperatur der Umgebung und sind große Wasserspeicher. Uns Menschen bieten Bäume und Wälder Orte zum Erholen und in Teilen auch wichtigen Rohstoff.

Wir haben also viele Gründe, um auf dieses wichtige und natürliche Kapital sehr gut aufzupassen, es zu schützen und zu pflegen!

Dies ist der Link zum Trailer des Films Das Geheimnis der Bäume.


Der Artikel wurde Ende Januar 2017 von Molina Gosch veröffentlicht. Die fachlichen Angaben zu Bäumen sind aus meinen alten Biologiebuch Natura vom Ernst-Klett-Verlag. Fotografien: Molina Gosch


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