Divestment: Kein Geld für Kohle, Gas & Öl!

Seit der industriellen Revolution sind die CO2-Anteile in der Luft um 40% angestiegen. Dies ist ein Wert außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite der letzten 650.000 Jahre (Lynda Gratton, 2011). Der menschengemachte Temperaturanstieg im letzten Jahrhundert von 0,6 Grad Celsius ist wahrscheinlich der höchste Anstieg in den letzten 1000 Jahren und sorgte damit seit den 1950er Jahren für wirtschaftliche Schäden durch wetterbedingte Katastrophen, die sich stark häuften (Gratton, Lynda Gratton: Job Future – Future Jobs, 2011).

Um die schlimmsten Folgen der menschengemachten Klimaerwärmung zur verhindern, fordert die junge NGO 350.org seit einigen Jahren die CO2 Konzentration in der Atmosphäre auf 350 ppm CO2 zu reduzieren. Bei diesem CO2-Gehalt wird – wie wissenschaftliche Erkenntnisse  ergaben – zum Beispiel der Meeresspiegelanstieg in Maßen stattfinden. Dadurch werden Inselstaaten wie die Malediven oder Tuvalu vor dem Verlust ihrer Heimat bewahrt. Bleibt der CO2-Anteil in der Atmosphäre bei um den aktuell um die 400 ppm oder steigt sogar noch weiter an, wovon momentan auszugehen ist, dann können wichtige Kipppunkte in den Ökosystemen dazu führen, dass die menschengemachte Klimaerwärmung nicht mehr zu stoppen ist und der Meeresspiegel langfristig stark ansteigt, mit all seinen Folgen. Um diese schlimmen Folgen zu verhindern, ist 350.org auch in Deutschland aktiv, um mit ihrer Kampagne Fossil Free ein schnelles Abziehen und Desinvestieren von Geldern und Investitionen in Kohle, Gas und Öl zu bewirken.

In den letzten Monaten wurden viele Aktionen von 350.org/Fossil Free in Deutschland durchgeführt wie zum Beispiel bei der Jahreshauptversammlung von RWE im April 2014 in Essen.

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Der Kohlekonzern RWE ist so unbeliebt, dass die Polizei den Eingang zur Jahreshauptversammlung in Essen schützen muss.

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Die AktivistInnen von Fossil Free zeigen der Jahreshauptversammlung, wie sich RWE mal besser verhalten sollte, um das Klima der Erde nicht weiterhin an die Wand zu fahren.

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Beim “Kongress der Freiheit” der Grünen im September 2013 im Bundestag in Berlin werden die Grünen per Banner an das Divestment erinnert.

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Bei der Klima-Demo im September 2013 in Berlin.

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Na, an wem sind wir auf dem Weg zum Brandenburger Tor bei der Klima-Demo vorbeigekommen?

Neben diesen tollen Aktionen, begann auch die Politik auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene sich für  Divestment zu interessieren :). Die Grünen in Münster nahmen das Thema Divestment zu den Kommunalwahlen 2014 in ihr Wahlprogramm auf. Nach einer erfolgreichen Kommunalwahl im Mai 2014 bestimmen die SPD zusammen mit den Grünen im Stadtrat der Stadt Münster. Das Thema Divestment wurde in den Kooperationsvertrag von SPD und Grünen geschrieben. Damit ist Münster die erste Stadt Deutschlands, die sich Divestment vorgenommen hat.

Auf Bundesebene haben die Grünen auf ihrem letzten Parteitag (BDK) im November 2014 in Hamburg einen Antrag zum Desinvestieren und Kohleausstieg besprochen.

Auf europäischer Ebene hat sich der EU-Parlamentarier Reinhard Bütikofer für Divestment eingesetzt und eine Studie zum Thema Carbon Bubble veröffentlicht.

Weitere Infos über die Grünen und das Divestment gibt’s hier.

Weitere Infos über Divestment in der aktuellen Taz Zeo2: “Mein Geld? Nicht für Kohle!“:

“Bei der letzten RWE-Hauptversammlung gelang es Molina Gosch aus der Gofossilfree- Gruppe in Münster, einen Protestbanner in den Saal zu schmuggeln, obwohl der Sicherheitsdienst alle Besucher so intensiv wie am Flughafen gefilzt hatte. Sie hatte das bemalte Laken unter ihrem Kleid versteckt. „So was hatte ich noch nie getan – und es hat großen Spaß gemacht“, berichtet die 30-Jährige”

Weitere Artikel zum Divestment in Deutschland:

– DER TAGESSPIEGEL (13.06.2015): Ölzeitalter geht zu EndeEntsteht am Energiemarkt eine Kohlenstoffblase?

“Die Aktion dauert nur eine knappe Stunde. Doch die Bilder gehen um die Welt. An einem Abend Ende April kommt am Berliner Rathaus eine Gruppe junger Menschen zusammen. Sie werfen einen Projektor an. Auf der roten Fassade erscheinen in Leuchtschrift die Worte „Divest Berlin Today“. Mit ihrer Aktion rufen sie den Regierenden Bürgermeister auf, das städtische Vermögen aus Aktien von Kohle-, Öl- und Gaskonzernen abzuziehen. Zehn Millionen Euro soll die Stadt noch an solchen Finanzpapieren halten. „Dabei hat Berlin sich das Ziel gesetzt, klimaneutral zu werden“, sagt Molina Gosch von Fossil Free Berlin.”

Bis auch Deutschland und die EU sich zum Divestment bekennen, kann jeder/jede sein/ihr persönliches Divestment durchführen und zu einer umweltfreundlichen Bank wie zum Beispiel der GLS-Bank wechseln.

Kein Geld

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