Earth Rights – Vom Recht der Erde/Natur auf Leben

Fact Sheet zum Thema Earth Rights

Problem: Wir leben auf einem endlichen Planeten mit begrenzten natürlichen Ressourcen (natürliches Kapital), die immer mehr Menschen immer intensiver nutzen und verbrauchen. Die Ökosysteme der Erde werden aus diesem Grund immer stärker beeinträchtigt, zerstückelt, abgebaut, verbraucht, verschmutzt und haben so nicht mehr genug Zeit, sich zu reproduzieren, nachzuwachsen oder zu heilen. Es handelt sich hierbei zum Beispiel um Folgendes:

  • Die Meere, die wir leerfischen. Der Fisch hat nicht mehr genug Zeit, um genügend Nachwuchs zu bekommen.
  • Um die Regenwälder der Erde, die abgeholzt werden.
  • Um immer mehr Plastik und anderen Müll, der im Meer landet.
  • Um die Ozeane, die immer mehr CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und dadurch versauern und weniger Plankton bilden können. Damit wird die Nahrungskette in den Meeren bis zu den Walen und Menschen, die sich von Fischen ernähren, gestört.
  • Die Landversiegelung, die dazu führt, dass immer mehr Flächen zubetoniert werden und damit weniger Platz für die Natur bleibt.
  • Die Luft, die durch den Menschen immer dreckiger wird und so bei Menschen und Tieren Krankheiten und die menschengemachte globale Erwärmung auslösen.
  • Die Böden, die immer stärker mit Düngemitteln überschüttet werden, damit noch mehr landwirtschaftliche Erträge produziert werden können und die Böden um ihre Nährstoffe bringt und sie ermüden lässt.
  • Den Klimawandel, der unsere Zivilisation an ihre Grenzen der Belastbarkeit bringt.
  • Den extremen Ressourcenverbrauch, der bei den fossilen Kraftstoffen zu Ölpesten führt und den CO2-Gehalt in der Atmosphäre in gefährliche Höhen treibt.
  • Den Lebensraum von Tieren, der in einem Ausmaß zerstört wird, das wir vor einem großen Aussterben von Tierarten stehen.
  • Den Sand, der für die Betonherstellung benötigt wird und immer knapper wird.

Lösung: >Wir könnten unser natürliches Kapitel besser schützen!<

Unter natürlichem Kapital verstehe ich folgendes:

  • die Bienen, die die Pflanzen bestäuben
  • die Pflanzen, die unter anderem den Sauberstoff produzieren wie z.B. die Regenwälder
  • die Böden, in den die landwirtschaftlichen Früchte wachsen
  • die Meere, in denen die Fische und andere Meeresbewohner leben
  • das stabile Klima, durch das wir unsere Zivilisation aufbauen konnten
  • die Tiere, die mit uns auf diesem Planeten leben, von denen einige auch als Nahrungsquelle für die Menschen genutzt werden
  • die Temperaturen, die uns bisher ein Leben auf der Erde ermöglichten
  • den Regen, der uns mit lebenswichtigem Wasser versorgt
  • das Süßwasser, das wir als Lebensquelle benötigen
  • die Sonne, die uns mit Sonnenenergie versorgt
  • die Jahreszeiten, die bisher im Einklang mit der Biomasse, unsere Lebensquellen mit Wärme/Kälte usw. versorgen und am Leben halten
  • die Luft, die wir zum Atmen benötigen
  • die Ressourcen der Erde, die wir für unseren materiellen Bedarf benötigen wie Metalle, Erze usw.
  • den Wind, der uns unser Wetter mit Regen, Sonne, Wärme und Kälte bringt oder vertreibt
  • das Land, das uns den Raum zum Leben gibt und durch einen Meeresspiegelanstieg als Folge der globalen Erwärmung ansteigt
  • Die Gletscher dieser Erde, die Sonnenlicht ins Weltall reflektieren und damit als Kühlschränke des Planeten wirken
  • den Golfstrom, der Europa mit Wärme versorgt und verhindert, dass wir so kalte Temperaturen wie in Kanada, das auf derselben Höhe liegt, haben
  • die Atmosphäre, die uns durch ihr Gasgemisch mit der richtigen Temperatur und dem Sauberstoff überhaupt erst ein Leben auf der Erde ermöglicht
  • die Ozonschicht, die schädliche Sonnenstrahlen aus dem Weltall von der Erde fernhält
  • die Flüsse, die unsere Landflächen mit Süßwasser versorgen
  • die kleinen Tiere und Mikroorganismen, die unsere Böden am Leben erhalten und so mit Nährstoffen versorgen, dass die landwirtschaftlichen Pflanzen darin gedeihen können
  • die Bäume, die uns Schatten spenden und als riesige Wasserspeicher dienen

Um dieses natürliche Kapital besser vor der Zerstörung und Übernutzung durch den Menschen zu schützen, könnten wir diesen Ökosystemen mit der lebendigen Biomasse (Tiere und Pflanzen) ein Recht auf Existenz und Leben geben, die Earth Rights oder die Rechte der Natur auf Leben.

Earth Rights/Rechte der Natur bedeutet also:

  • Die Ökosysteme haben ein Recht auf eine intakte Existenz und Leben.
  • Sie haben diese universellen Rechte an sich, wie die Menschen die Menschenrechte.
  • Die Erde mit der Natur bekommt ein Recht auf Leben/Existenz.
  • Wir entnehmen der Natur in Zukunft nur noch so viel Ressourcen und zerstören sie nur noch in dem Maß, das ein weiteres existieren des jeweiligen Ökosystems möglich ist.

Dies würde zu folgendem beitragen:

  • dass die für uns lebenswichtigen Ökosysteme der Erde intakt bleiben könnten, bzw. vor weiterem Schaden besser geschützt werden würden.

Konkret bedeutet dies, dass:

  • nicht mehr Fisch den Meeren entnommen wird, als es die Fischpopulationen vertragen.
  • der Bewusstseinswandel bei den Menschen stattfinden kann, der nötig ist, um zu einer ressourcenleichten Gesellschaft zu werden.
  • wir das Leben der nichtmenschlichen Lebenwesen der Erde mehr würdigen.
  • unsere Zivilisation von dieser materiellen Wegwerfeinstellung wegkommen kann.
  • der CO2-Gehalt in der Atmosphäre nicht weiter ansteigt, da nur noch so viele fossile Ressourcen wie Kohle, Öl und Gas der Erde entnommen werden dürfen, damit der CO2-Gehalt stabil bleibt oder fällt.
  • die Luft an sich sauberer wird und weniger Menschen an Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen erkranken.
  • der Golfstrom stabil bleibt und Europa weiterhin mit Wärme versorgt.
  • Klimawandel nicht komplett außer Kontrolle gerät und einen Temperaturanstieg von über 2 Grad überschreitet.

An weiteren Infos zu den Earth Rights arbeite ich.

April 2016, Molina Gosch

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Der Aasee in Münster im Herbst 2015 (Foto: Molina Gosch)

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Sonnenaufgang im Regenwald in Ecuador, 2004, (Foto: Andreas Gosch)