Im Herzen der Klimakiller: Protest in der RWE-Jahreshauptversammlung

April 2014

Da der Vorstandsvorsitzende von RWE Terium immer noch auf die klimaschädlichste Energieform, die Kohlekraft, setzt und damit die Atomsphäre unseres Planeten zerstört und weil wir ja auch wissen, dass wir von fossilien Energieträgern loskommen müssen (wie auch der neue Weltklimabericht erneut zeigt, nahm ich die Möglichkeit von der NGO 350.org / Fossil Free Münster  sehr gern an, eine Protest-Aktion in der Jahreshauptversammlung von dem Klimakiller und Schuldenanhäufer RWE  am 16. April 2014 in Essen mitzumachen.

Spiegel-Online schreibt über den Klimakiller RWE, dass die Aktien dieses fossilien Energieriesen gewaltig an Wert verlieren. Eine RWE-Aktie war 2008 noch 100 € wert. Nun fiel der Preis einer Aktie auf unter 30 €. Die Stadt Essen musste durch ihre Beteiligungen an RWE bereits 680 MILLIONEN € abschreiben.  Außerdem hat RWE einen Schuldenberg von 31 Mrd. angehäuft.

Dies sind meine Eindrücke von der Jahreshauptversammlung von RWE –  im Herzen der Klimakiller:

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Die starke Polizeipräsenz begann bereits in der U-Bahn Station zur Gruga-Halle in dem die JHV von RWE stattfand. In der Station wurden wir von Polizisten, die in einer Reihe standen und den Ausgang zur Halle absperrten, abgefangen. Erst als wir unsere Einladungen zu der RWE-Freakshow vorzeigten, durften wir weitergehen. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich von Polizisten begleitet eine U-Bahn-Station verließ und mit der Polizei bis zum Security-Checkpoint von RWE begleitet wurde. Wie war das nochmal mit der Verschwendung von Steuergeldern?

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An diesen Sicherheitskontrollen zeigten wir unsere Einladung vor und durften passieren.

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Es fühlte sich sehr falsch an, nicht bei den anderen Demonstrant*innen vor dem Eingangsbereich zu stehen, sondern stattdessen in das Herz von RWE zu gehen.

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Durch diesen Eingang kamen auch die anderen Aktionäre von RWE, die bei der Jahreshauptversammlung dabei sein wollten. Dabei fragte ich mich, wer denn freiwillig Aktien einer Firma kauft, die einen derartigen Schutz vor der Bevölkerung benötigt.

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Später entdeckte ich auch einen Hinweis auf der Einladung auf eventuelle Unanehmlichkeiten beim Einlass.

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Wir gingen in das Herz der CO2-Schleuder-Firma, die tatkräftig daran mitwirkt, die Erde für künftige Generationen unbewohnbar zu machen. Wen sollte die Polizei hier vor wem schützen?

In dem Eingangsbereich wurden unsere Taschen geröntgt, ich wurde wie beim Flughafen abgetastet und musste durch einen Metalldetektor gehen. Bei diesem Sicherheitscheck wurde meine böse Digitalkamera und meine Flasche mit Wasser entdeckt. Diese musste ich abgeben. Da wir aber unsere Tücher reinbekommen hatten, war alles halb so wild.

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In diesem Bereich wurden die “Sicherheitskontrollen” durchgeführt. Es fühlte sich dadurch bereits sehr falsch an, an einer solchen Versammlung teilzunehmen.

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In dem Aufenthaltsbereich vor der Versammlungshalle lag der Geschäftsbericht von RWE für das Jahr 2013 aus. Der Titel lautet paradoxerweise “Zukunftsgestalter”.

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Weiter unten auf der Titelseite präsentiert RWE sich als eine Firma, die von gemeinsamer Verantwortung und unserer Zukunft spricht. Also bitte!!

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Schlägt mensch den Zukunftsgestalter-Bericht von RWE 2013 auf, blickt mensch sehr schnell auf den RWE-Chef Terium. Die Klimakiller-Firma und damit Zukunftszerstörer bekommt ein Gesicht – und zwar kein freundliches.

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Als der RWE-Chef kurz nach Eröffnung der JHV spricht, zeigen wir RWE, was für Fossil Free Verantwortung und voRWEg gehen bedeutet. Wir stehen 1-2 Minuten für unseren stillen Protest auf den Stühlen und versuchen den Aktionär*innen deutlich zu machen, dass sie an ihre Kinder und deren Kinder denken sollten, anstelle des Geldes, das sie durch RWE-Aktien ja auch nicht mehr bekommen. Das alte Ehepaar neben mir, war noch nicht überzeugt von unseren Forderungen. Beide, also der Mann und die Frau, versuchten mir mein Transparent aus der Hand zu reißen und meinten, dass es jetzt aber genug sei.

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Foto: 350.org Deutschland

Das Magazin zur Klima- und Energiewende klimaretter.info schreibt über unsere Aktion: “Während der Rede des Vorstandsvorsitzenden Peter Terium wurden Transparente gegen die Konzernpolitik von RWE hochgehalten.”, siehe Klimaretter-Info.

Vom Sicherheitspersonal wurden wir in den Eingangsbereich begleitet und darauf hingewiesen, dass wir die Transparente einpacken müssten.

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Foto: 350.org Deutschland

In dem Bereich, wo mensch sich die Stimmkarten der Aktionäre holt, blieb noch schnell Zeit für ein weiteres Statement.

Draußen wollten wir nochmal unsere Transparente zeigen. Dieses Mal kamen die fleißigen Sicherheitsleute allerdings schnell zu uns.

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Foto: 350.org Deutschland

Nach ein paar Sekunden wurden wir unfreundlich aufgefordert unsere Transparente einzupacken.

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Foto: 350.org Deutschland

Vor dieser Übermacht an Sicherheitspersonal kapitulierten wir. Die Jahreshauptversammlung konnte zuvor auch erst mit Verspätung beginnen, wie es durchgesagt wurde, weil sich Klimaaktivist*innen im Eingangsbereich festgekettet hatten und dadurch die armen Aktionäre nicht mehr in das Herzen der Klimakiller-Firma gelangen konnten. Dadurch waren die Nerven des Sicherheitspersonals bestimmt strapaziert.

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Und endlich konnten wir uns dahin gesellen, wo die anderen Demonstrant*innen standen, nämlich hinter dem gelben Strich. Es muss ja alles seine Ordnung haben 😉

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Ein Transpi um auf die Umweltzerstörung im Hambacher Forst bei Köln des Zukunftsgestalter – ZERSTÖRER RWE aufmerksam zu machen.

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Foto: 350.org Deutschland

Nach dieser Aktion steht für mich fest: RWE denkt nicht im geringsten daran seine Kohlekraftwerke zu schließen und will damit weiterhin die Atomsphäre unseres Planeten zerstören, wenn wir nicht schnell unsere Einstellung zur Kohlekraft ändern und unseren CO2-Ausstoß verringern. Denn: THERE IS NO PROFIT ON A DEAD PLANET.

Die Rede eines Fossil Free Münster Aktivisten auf der RWE-Hauptversammlung:

“Vor einigen Wochen bin ich 30 geworden und in den vergangenen 12 Jahren seit meinem Abitur wurde das gesamte Elbtal nun schon zweimal von vermeintlichen Jahrhunderthochwassern überschwemmt; ist ein Atomkraftwerk explodiert, das bis heute in den Pazifik ausläuft; sind 800 Millionen Liter Erdöl in den Golf von Mexiko gesprudelt; hat „Katrina“ New Orleans verwüstet und „Hayan“ die Philippinen, und ist in Südengland binnen weniger Tage mehr Regen gefallen als sonst in einem ganzen Jahr. Seit meiner Geburt ist das Sommereis der Arktis um die Hälfte zurückgegangen, und hat sich der jährliche Gletscherschwund verdreifacht.

Wegen der Versäumnisse der vergangenen 40 Jahre geht es heute gar nicht mehr darum, den Klimawandel zu verhindern, der ist schon längst in vollem Gange! Heute können wir nur noch versuchen, das Schlimmste abzuwenden. Und wer hat uns das Ganze eingebrockt? Wer hat den Klimawandel immer weiter und weiter befeuert mit dreckiger Braun- und Steinkohle, mit erdölbetriebenen Autos und Flugzeugen? Es sind solche Menschen wie sie auch schon immer im Vorstand von RWE sitzen: weiße Männer zwischen 50 und 60 aus dem globalen Norden. Es sind die reichen Väter, die diesen Planeten gnadenlos in den Abgrund treiben und uns, ihren Kindern und Enkeln, jede Zukunft nehmen…”

Diese Folgen entstehen durch eine Atmoshpäre mit zu viel CO2.

Meine Clips dazu:

Globale Erwärmung auch in Deutschland?

oder Klimawandel in Kappeln – Orkan “Christian” Oktober 2013

Zum Thema Kohlekraft und Energiewende:

Make a Difference: It’s our Future!

 

 

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