Reisen ohne Flugzeug: Mit dem Bus von Berlin nach Südspanien


Dieser Erlebnisbericht fasst meine Fahrt per Bus von Berlin nach Fuengirola in Südspanien & zurück innerhalb einer Woche zusammen. Anhand von Fotos und persönlichen Eindrücken erzähle ich, was ich bei der jeweils zweitägigen Busfahrt lebte. Die Reise führte mich über Belgien und Frankreich nach Spanien. Kilometer um Kilometer reiste ich so auf ökologische Weise ans Mittelmeer. Auf der Rückfahrt bekam ich die aktuellen Herausforderungen Europas zu spüren. Wir wurden da von der spanischen, französischen und deutschen Polizei kontrolliert. Insgesamt wurden dabei 16 Menschen aus Afrika und Syrien ohne gültige Papiere im Bus entdeckt.


“Bis morgen Abend”, sagte ich zu meiner Schwester als wir uns in ihrer Düsseldorfer Wohnung am Samstag morgen umarmten.

“Kaum zu glauben, dass ich jetzt losfahre, du erst morgen Nachmittag und trotzdem kommst du vor mir in Malaga an”, bemerkte ich. Bei diesem ungewöhnlichen Gedanken huschte ein Schmunzeln über unsere Gesichter.

Ich machte mich mit meinem Koffer, Rucksack und dem Beutel voller Essen und Trinken für immerhin zwei Tage auf den Weg zum ZOB in Düsseldorf. Die Strecke von Berlin nach Düsseldorf war ich bereits am Tag zuvor mit dem Bus gefahren. Meine Schwester und auch meine Mutter würde ich nun erst in Andalusien, Spanien wiedersehen, wenn ich am nächsten Abend nach einer langen Busfahrt in Malaga ankam.

Abfahrt in Deutschland, Düsseldorf

Etwas angespannt stand ich um 9:45 am ZOB in Düsseldorf und suchte an diesem ZOB die Eurolines-Linie, die nach Malaga fahren sollte. Es war nicht das erste Mal, dass ich von dieser Bushaltestelle ins europäische Ausland fuhr. Im Juli war ich von Düsseldorf per Bus nach England gefahren. Daher wusste ich auch, dass es keine elektronischen Anzeigetafeln gab wie in Berlin am ZOB. Es hieß also gut aufpassen! Denn die internationalen Busse hielten teils nur wenige Minuten. Wäre ich also einmal unachtsam, hätte meine Transportmöglichkeit nach Spanien auch sehr schnell ohne mich abfahren können.

klimaschutz

Mit etwas Verspätung bog ein Bus um die Ecke, der Portugal-Spanien als Zielort angegeben hatte. Allerdings war es kein Eurolinesbus, stattdessen stand alsa.es auf dem Bus. Durch meinen Griechenland-Istanbul-Bustrip von 2014 wusste ich zum Glück, dass Eurolines mit nationalen Busfirmen zusammenarbeitete, da ich letztes Jahr mit einer türkischen Busfirma aus Istanbul nach Deutschland zurückfuhr und das auch über Eurolines lief. Um sicher zu sein, dass ich auch in den richtigen Bus einstieg, fragte ich den Busbegleiter, der mir meinen Koffer abnahm auf Spanisch, ob dieser Bus nach Malaga fuhr. Er antwortete mit einem kurzen “Sí”.

Ich gab dem südländischen Busbegleiter mittleren Alters mein Ticket und stieg in den Bus ein. Da ich die einzige war, die in Düsseldorf dazu stieg, ging die Fahrt sofort weiter. Die anderen Menschen im Bus sahen meist südländisch aus und waren älter als ich. Es war sehr ruhig im Bus. Kaum einer unterhielt sich. Einige Mitreisende schliefen. Nach einer halben Stunde Fahrt fuhr der Bus auf eine Raststätte. Auf Portugiesisch und Spanisch sagte der Busfahrer, dass wir hier alle unsere Sachen mitnehmen mussten, weil der Bus hier gewechselt werden würde. Neben unserem Bus sah ich einen anderen Alsa-Bus stehen. Die Busfahrer begannen bereits unsere Koffer in den anderen Bus umzupacken. Also nahm ich meinen Rucksack und meine Essenstasche und stieg aus.

Auf der Raststätte bei Köln

Ohne Erklärungen von dem Busfahrer fuhren wir weiter, vermutlich nach Aachen, erwartete ich. Tatsächlich war dann unser nächster Halt Aachen. Der zu 70% besetzte Bus bekam in Aachen weitere Mitreisende. Noch war der Platz neben mir frei, ich hoffte, dass es auch noch lange so bleiben würde. Mit meinem kleinen Reisekissen im Rücken schaute ich entspannt auf die vorbeiziehende, farbenfrohe Herbstlandschaft draußen und fing an, meinen neuen Hörbüchern für diese Reise zu lauschen.

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Im Bus wird ein Film auf Portugiesisch mit spanischem Untertitel gezeigt.

Belgien

Gegen 15 Uhr kamen wir in Liège in Belgien an. Es war nicht das erste Mal, dass ich durch diese Stadt fuhr. Mit dem Zug und auch bei meinen Englandreisen per Bus, war ich durch Liège gekommen. Allerdings war es bei den Busreisen schon oder noch dunkel draußen gewesen, so sah ich Liège bei dieser Reise das erste Mal am Tag. Minutenlang fuhren wir an dem breiten Fluss entlang, der durch diese Stadt fließt. Ich hatte keine Ahnung wie er hieß, allerdings gefiel mir Liège bei dieser Aussieht besser als zuvor.

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In der Bushaltestelle beim Hbf in Liège in Belgien

Am Bahnhof hielt der Bus und weitere Passagiere stiegen ein. Die letzte Frau, die einstieg, setzte sich neben mich. Ich ärgerte mich, dass ich nun keinen Doppelplatz mehr für mich hatte. Der Bus war nun ca. zu 90 – 95  % gefüllt. Einige Reisende unterhielten sich auf Portugiesich. Die Reise ging weiter. Zu meiner Überraschung fuhren wir nicht nach Brüssel, sondern gleich nach Frankreich.

Frankreich

Alle 2-3 Stunden machten wir eine Pause. Mal war sie 30 Minuten lang, mal aber auch nur 15 Miunten. Dann sagte der Busfahrer immer: “15 miuntos para fumar un cigarillo o tomar un café.” Erst als es dunkel war, erreichten wir Frankreich. Das fand ich schade, weil ich von Frankreich gern mehr gesehen hätte. An Paris fuhren wir vorbei und mussten zum Glück nicht mehr für die Toilette, wie in Deutschland, an den Raststätten bezahlen. An der einen Raststätte aß ich, wie auch einige andere Reisende, das Abendbrot draußen auf den Bänken. Andere Reisende hatten sich nichts mitgebracht, sondern kauften sich im Restaurant eine Mahlzeit. Ich trank dabei mein mitgebrachtes Bierchen und fragte mich, ob es in Frankreich eigentlich erlaubt war, in der Öffentlichkeit Bier zu trinken. Bevor es weiterging, lief ich auf der Raststätte rum, um meinen Kreislauf nochmal etwas auf Trapp zu bringen. Gegen 22/23 Uhr überlegte ich stolz, dass ich nun schon fast 12 Stunden unterwegs war. Den Gedanken daran, dass ich noch mehr als doppelt so lange unterwegs sein würde, fand ich weniger reizend, musste mir zugleich aber auch eingestehen, dass die bisherige Reisezeit schneller verging als ich es erwartet hatte. Also hörte ich weiter meine Hörbücher und um 23 Uhr war nochmal Pinkelpause. Danach steckte ich mir Oropax ins Ohr und versuchte mit der kleinen Decke, die ich noch mithatte als Kopfkissen, am Fenster angelehnt zu schlafen. Das ging besser als gedacht. Allerdings musste in Frankreich für die Autobahn bezahlt werden und jedes Mal, wenn der Bus an einer Zahlstelle abbremste, wachte ich auf. Leider gab es in Frankreich ziemlich viele Zahlstellen. Nach der Uhrzeitangabe vorne im Bus, die ich jedes Mal sah, wenn ich wieder wach wurde, kam so jede halbe Stunde eine Zahlstelle, an der der Bus natürlich langsamer fuhr und ich damit wieder wach wurde. Ich hatte also eine unruhige Nacht.

Spanien

Am nächsten Morgen kamen wir beim Sonnenaufgang in der Nähe von Bilbao, in Suco, an. Dort befand sich ein interner Umsteigeort für Reisebusse. Zuerst wollte ich schon in Bilbao umsteigen, weil es so auf meinem Ticket angegeben war. Allerdings versicherte mir der Busfahrer, dass ich erst später umsteigen musste.

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An der internen Umsteigestelle bei Bilbao in Nordspanien

Diese Raststätte hatte eine große Halle, in der sich sehr viele Menschen aufhielten, frühstückten oder zum WC gingen. Bevor wir aus unserem Bus ausgestiegen waren, hatte uns die Busbegleitung nach den Zielorten aufgeteilte Karten mit Nummern gegeben. Diese standen für die Buslinie mit der wir zu einer gewissen Zeit weiterfahren sollten. Der Busfahrer hatte gesagt, dass wir in einer halben Stunde unsere Koffer am Bus abholen konnten, um diese in den nächsten Bus umladen zu können. Insgesamt standen 10-15 Reisebusse an diesem Umsteigeplatz. Als die Koffer verteilt wurden, brach ein kleines Chaos aus, denn alle wollten natürlich gleichzeitig ihre Koffer bekommen und zum nächsten Bus gehen. Ich musste zum Glück nur zwei Busse weitergehen, ließ meinen Koffer einladen und suchte mir einen Platz weiter vorne im neuen Bus.

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Sonnenaufgang bei der Umsteigestelle gegen 8 Uhr morgens

Der nächste Bus war wieder recht gut gefüllt. Zum Glück hatte ich dieses Mal als eine der wenigen einen Doppelsitz für mich. Die Autobahn in Spanien war im Vergleich zu Deutschland, wie auch schon in Frankreich, recht leer. Wir kamen also gut vorran.

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Eine Stadt in Nordspanien, an der wir vorbei kommen.

Der Herbst war in Nordspanien noch nicht so weit vorangeschritten wie in Deutschland. Je näher wir an Madrid herankamen, desto weniger Bäume konnte ich draußen sehen. Wie bei Paris, fuhren wir auch an Madrid vorbei.

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Die Vororte in Madrid

Kilometerlang kamen wir da an riesigen Wohnblocks vorbei. Von Madrid bis Malaga fuhren wir hauptsächlich durch eher trockenes Land mit vertrockneten Gräsern, wenig Bäumen und einem Olivenbaumfeld nach dem anderen.

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Die Reise führte an abwechslungsreichen Gegenden vorbei.

Das war echt eine Fahrt durch eine riesige Olivenbaumplantage! Die vielen Windkraftwerke, die man in Deutschland von der Autobahn aus sehen kann, reduzierten sich bei der Fahrt durch Spanien auf einige wenige.

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Vier der wenigen Windkraftwerke, die ich in Spanien sah.

Solaranlagen habe ich (leider) auch nicht viele gesehen. Dafür kamen wir an zwei historischen Windmühlen vorbei, die auf einem kleinen Hügel standen.

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Zwei historische Windmühlen

Neben einigen Pausen an kleinen Restaurants, die an der Autobahn als Raststätte lagen, war es eine ruhige Fahrt.

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Der spanische Toro ist von der Autobahn zu sehen.

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Kilometer um Kilometer führte meine Reise nach Südspanien.

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Eine der vielen Olivenbaumplantagen zwischen Madrid und Malaga

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Der  Mond ist bereits zu sehen als die Sonne langsam in der Nähe von Malaga untergeht.

Als wir  endlich in Malaga ankamen, war es bereits dunkel. Gegen 19 Uhr fuhren wir durch die Berge, die Malaga umgaben und erreichten das Stadtzentrum direkt am Mittelmeer. Voller Vorfreude stieg ich am ZOB in Malaga aus und suchte schnell den Bahnhof auf, der neben dem ZOB lag, um von dort mit dem Zug in einer guten halben Stunde nach Fuengirola zu fahren, wo ich die nächsten Tage verbringen wollte.

In Fuengirola verbrachte ich dreieinhalb wunderschöne Tage mit meiner Mutter und meiner einen Schwester.

Fazit Hinreise

Die Fahrt ging gefühlt schneller vorbei als ich erwartet hatte. Zudem war ich weniger k.o. als ich gedacht hätte. Genug Essen hatte ich auch dabei gehabt. Mein Jutebeutel mit dem Essen war bei der Ankunft in Malaga noch nicht ganz leer. Insgesamt hatte ich es also gut überstanden. Mein Rücken tat vom vielen Sitzen glücklicherweise auch nicht weh. Das Kissen im Rücken hatte mich wohl davor geschützt.

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Der Strand von Fuengirola

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Ein Kunstwerk aus Sand am Strand

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Am Strand von Fuengirola

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Die Plaza de la Constitución mitten in Fuengirola

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Ein riesiger Baum spendet auf der Plaza Schatten.

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Meine Schwester und ich freuen uns über die Sonne und das Mittelmeer.

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Der Weg führt zum Strand. Im Hintergrund ist Fuengirola zu sehen.

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Lauschiges Plätzchen am Strand

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Eine Katze blickt auf das Meer.

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Am Strand liegen viele große Muscheln.

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Während unseres Strandspaziergangs fanden wir viele Bambusstöcke, die vom Meer angespült wurden.

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Meine Mutter und meine Schwester genießen das Meer.

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Von wo weht der Wind? 😉

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Die Flaniermeile in Fuengirola

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Sonnenschein am Mittelmeer

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Klares Wasser lädt zum Baden ein.

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Süßes, kleines Gässlein in Fuengirola

Rückfahrt

Abfahrt in Spanien

Nach 3,5 Tagen in dem wunderschönen Fuengirola stieg ich am Donnerstag früh morgens in den Zug nach Malaga ein. Je näher wir Malaga kamen, desto voller wurde der Zug mit SpanierInnen, die zur Arbeit fuhren. Ein farbenfroher Sonnenaufgang über dem Meer, den ich aus dem Zug sehen konnte, erinnerte mich daran, dass ich noch keine Lust hatte, Südspanien schon wieder zu verlassen.

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Der Bus mit dem ich auf der Rückfahrt von Malaga bis Nordspanien fahr.

An der Busstation in Malaga fand ich schnell meinen Bus. Er war von Socitransa. Die Busfahrer waren schon vor Ort. Ich konnte meinen Koffer abgeben, der unten im Bus verstaut wurde.

Um 8:30 Uhr sollte die Fahrt nach Nordspanien zu dem internen Umsteigeort losgehen. Als um 8:28 der Bus mittelvoll war, kamen noch zwei weitere Spanier mittleren Alters in den Bus. Ich hatte sie erst gar nicht wahrgenommen. Erst als der eine der beiden Männer vorne am Gang stehen blieb und zu uns sagte: “Policía nacional, sus documentos, por favor”, bemerkte ich sie. Sie trugen keine Polizeiuniform. Als der Polizist in kognito sprach, zeigte er uns dazu seine Polizeimarke. Ich kramte meinen Perso raus und gab ihn dem Polizisten als er zu mir kam. Im Gegensatz zu anderen Polizeikontrollen, die ich bereits in Bussen erlebt hatte, sammelten diese Polizisten alle Ausweise ein und verließen den Bus. Ich bekam leichte Panik und fragte mich, ob dies Diebe waren, die sich nun über eine Menge Ausweise freuten. Ein Blick aus dem Fenster beruhigte mich allerdings. Neben dem Bus standen die beiden Männer mit drei uniformierten PolizistInnen und gingen die Ausweise durch.

10 Minuten später hatten alle im Bus ihre Ausweise zurückbekommen und die Fahrt konnte beginnen. Einen halben Tag lang fuhren wir durch Spanien. In Madrid machten wir dieses Mal in einer unterirdischen Bushaltestelle Halt und luden einige Reisende aus, bzw. ein. Die Ein- und Ausfahrt zu dem ZOB war wirklich abenteuerlich. Die Straße war teils so eng, dass der Bus abbremsen musste, um in der Kurve nicht die schwarze Wand zu rammen. Dankbar sah ich in den weiten Himmel als wir die Ausfahrt hinter uns ließen.

Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir in der Dunkelheit den Umsteigeplatz, wo ich wieder in eine andere Buslinie (nach Deutschland) wechseln musste. Das Kofferchaos wie bei der Hinfahrt wiederholte sich und ich war froh, dass ich den Ablauf nun schon kannte.

Frankreich

Gegen 1 Uhr nachts wurden wir an der französichen Grenze von der französischen Polizei angehalten. Mehrere Polizisten kamen in den Bus und verlangten unsere Ausweise. Ein oder zwei Polizisten kontrollierten den hinteren Teil, zwei bis drei den vorderen Teil, wo ich saß. Vor mir blieb einer der Polizisten länger stehen, weil er bei drei jungen Männern keine Ausweise bekam. Er eine hatte lediglich ein A4-Dokument dabei, allerdings ohne Foto und mit arabischen Schriftzeichen. Der junge Mann sagte, dass er aus Palästina kam. Er musste den Bus verlassen, sein Koffer wurde unten rausgeholt und er durfte nicht mehr weiterfahren, sondern musste mit der Polizei mit. Dasselbe passierte den anderen beiden Palästinensern, die neben dem ersten Mann saßen, der den Bus verlassen musste. Auch sie hatten keine Ausweisdokumente dabei. Dann war ich an der Reihe, ich zeigte meinen Perso. Neben mir saß ein Afrikaner. Der Polizist fragte ihn, wo sein Ausweis sei, der junge Mann antwortete, dass er keine Ausweis dabei habe. Der Polizist wollte dann sein Ticket sehen. Der Mann gab dem Polizisten und bestätigte ihm, dass der Name auf dem Ticket sein Name war. Er sagte, dass er aus Somalia kam. So musste auch dieser Mann den Bus verlassen und seinen Koffer holen, falls er einen hatte, da bin ich mir nicht mehr sicher.

Ohne diese vier Männer ging die Fahrt weiter. Da der Afrikaner neben mir gesessen hatte und nun nicht mehr im Bus war, hatte ich für die weitere Fahrt im sonst sehr vollen Bus einen Doppelsitz für mich. Für mich bedeutete es, dass ich in der Nacht sehr viel mehr Schlaf bekam als bei der Hinfahrt als ich nur einen Sitz hatte.

Am nächsten Morgen waren wir immer noch in Frankreich unterwegs als die Sonne aufging. Darüber freute ich mich, da ich nun noch etwas von diesem Land sehen konnte.

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Windkraftwerke in Frankreich

Am Vormittag fuhren wir an Paris vorbei. Dabei konnte ich  kurz das bekannte Wahrzeichen der französischen Hauptstadt sehen, den Eiffelturm.

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Der Eiffelturm in Paris ist kurz von der Autobahn aus zu sehen.

Belgien und Deutschland

Unsere weitere Fahrt führte erneut durch Belgien. Als wir bei Aachen nach Deutschland kamen, wurde unser Bus erneut von der Polizei angehalten. Dieses Mal von der deutschen. Sie wollten unsere Pässe sehen. Zum dritten Mal auf dieser Rückfahrt holte ich meinen Perso aus der Tasche und zeigte ihn der Polizei. Nach ein paar Minuten kam einer der Polizisten, der hinten im Bus kontrollierte, zu seinen Kollegen nach vorne und meinte, dass es nun etwas länger dauern würde. Einer der Polizisten machte kurz darauf eine Ansage per Mirko und ließ diejenigen von uns, die Deutsch verstanden auf Deutsch wissen, dass sich 12 Personen ohne gültigen Pass/bzw. Visum im Bus befanden und dass diese Menschen zur nächsten Bundespolizeistation gebracht werden müssten. Aus diesem Grund müsste nun der ganze Bus zu dieser Polizeistation fahren, um die Menschen dort abzuliefern. Drei PolizistInnen blieben bei uns im Bus, ein Autopolizeiauto fuhr vor unserem Bus und eins hinter uns. So wurden wir ca. 20 Minuten lang zu der nächsten Bundespolizeistation in der Nähe von Aachen gebracht.

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Auf der Fahrt zur Polizeistation

Bei der Polizeistation mussten die zwei syrische Familien, einmal mit 4 Kindern und einmal mit einem Kind, aus dem Bus aussteigen, die wie ich in Nordspanien in den Bus eingestiegen waren. Zudem befanden sich drei Afrikaner, die angaben aus Mali zu kommen, im Bus, die auch keine gültigen Papiere bei sich hatten. Die Syrier hatten Pässe dabei, vermutlich hatten sie aber keine gütligen Visa. Die Polizistin im Bus sagte, hätte die franzöische Polizei ihre Arbeit ordentlich gemacht (einige Reisende erzählten ihr, dass an der spanisch/französichen Grenze bereits einige aus dem Bus gezogen wurden) die anderen Menschen mit ungültigen oder keinen Ausweisen, gar nicht bis nach Deutschland hätten kommen können.

Naja, als alle 12 Menschen, die hier aussteigen mussten, den Bus verlassen hatten, ging unsere Fahrt durch NRW weiter.

Gegen 21 Uhr kam ich endlich in Münster an und verbrachte das Wochenende dort, bevor ich am Sonntag mit dem Bus wieder nach Berlin fuhr.

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Der Prinzipalmarkt in Münster

Fazit der Busreise

Insgesamt war die Busreise angenehmer als ich gedacht hätte.  Ich habe sehr, sehr viel von Europa gesehen und bin nicht einfach darüber hinweg geflogen. Es war ein Abenteuer und ökologisch noch dazu. Was will ich mehr! Außerdem höre ich während der Busfahrten gern spannende Hörbücher, die ich mir aus der Bücherei ausleihe. So erweitere ich durch die Busfahrten nicht nur meine persönlichen Erfahrungen über Europa, sondern vertiefe auch mein Wissen 🙂

Das Wichtigste beim Bus fahren ist, dass dies der Weg in eine grüne Zukunft ist, in der nicht jedeR durch viel zu viele Flugreisen das Klima belastet und den Klimawandel damit anheizt. In Münster überlegte ich mit zwei Freunden, wie man Reisen per Land, ohne ein Flugzeug, nennen könnte. Das neue Wort sollte von der Bedeutung her so was wie vegetarisch nur für’s Reisen aussagen, da man auf das böse Flugzeug verzichtet. Dann könnte ich sagen, dass ich …. (neues Wort) reise. Das wäre eine gute Möglichkeit, die persönliche und ökologische Reiseart zu beschreiben 🙂

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Sonnenuntergang in Münster am Aasee

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November 2015, Text und Fotos von Molina Gosch